04. Juni 2009
Die Befürchtung von gestern hat sich bestätigt.

Selten stand das Barometer in den letzten Jahren im Sommer so tief wie heute. Das Sturmtief über Lettland zeigte schon in der Nacht, dass es ernst machen würde. Unser Schiff legte sich in den Böen auf die Seite und zerrte an seinen Festmacherleinen. So haben wir uns mit einem weiteren Hafentag abfinden müssen. Mal sehen wie es morgen seien wird. Der Wetterbericht verspricht abnehmenden westlichen Wind. Wir hoffen darauf.
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03. Juni 2009
Das Tief über Lettland und Polen hat uns im Griff. Der Himmel ist grau, es regnet ohne Unterlass und von den sommerlichen Temperaturen der letzten Tage ist keine Spur mehr übrig geblieben. Uns bleibt nichts anderes übrig, als nach einem kurzen Einkaufsgang den Tag mit Lesen und Spielen unter Deck zu verbringen. Wir lassen die Heizung laufen und freuen uns über die gemütliche Wärme. Der Wind beginnt allmählich auf NW zu drehen, eine der Voraussetzungen den Hafen in Richtung Virtsu zu verlassen. Wir hoffen auf morgen!

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02. Juni 2009
Eigentlich wollten wir heute nach Koiguste, einem kleinen Hafen in einer Bucht der Südostküste von Saaremaa segeln. Eine Entfernung von ca. 30 sm. Wieder kommt es anders, denn unser Hafenmeister erklärt mir, dass der Anleger von Koiguste vor vier Jahren in einem Sturm zerstört wurde, und ein Wiederaufbau bisher nicht stattgefunden hat. Unser nächstes Ziel muß daher der Fährhafen Virtsu auf dem Festland sein. Bis dorthin sind es 50 sm, eigentlich kein Problem. Rasmus scheint allerdings mit dem Rum, den wir ihm bislang geopfert haben, unzufrieden zu sein. Wiedereinmal haben wir NE 5 Bft. und das würde eine lange sehr sehr anstrengende Kreuzerei bedeuten. Wir entscheiden uns für einen Hafentag in Kuressaare. Der Ort, der Hafen und die Insel lohnen es. Den Hafenmeister freut es, und er setzt die Flaggen der vier Gastschiffe.

Anne und ich wandern in den Ort und schauen uns die hübsche Kleinstadt Kuressaare in aller Ruhe an.



Ob wir morgen weitersegeln können, ist in anbetracht des schnell fallenden Barometers und des zur Zeit stetig zunehmenden Windes unwahrscheinlich. Warten wir es ab!
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01. Juni 2009
Das große Hoch über dem finnischen Meerbusen beschert uns sommerliches Wetter nur der Wind hat sich völlig zur Ruhe begeben. Wir verlassen Montu kurz vor halb elf und laufen unter Motor und Selbststeuerung in Richtung Kuressaare, dem Hauport von Saaremaa. Claas entschließt sich seinen Bart auf See zu lassen und die Rasieraktion wird dann auch sofort ausgeführt.


Wir erreichen die schmale Rinne von Kuressaare gegen 13.00 Uhr und machen um 13.30 Uhr in dem schönen und sehr gepflegten Hafen fest. Der Hafenmeister empfängt uns freundlich und erklärt alle notwenigen Dinge in verständlichem Englisch.

Am Nachmittag wandern wir in den Ort schauen uns um und kaufen Verpflegung ein.


Auf dem Rückweg schauen wir uns die Bischofsburg Kuressaare an. Sie ist die am besten erhaltene mittelalterliche Burg des Baltikums.


Wir wandern dann noch gemeinsam zum Strand und Anne geht zum ersten mal in diesem Jahr baden. Ein herrlich warmer Sommertag: Lufttemperatur 25°C und die Wassertemperatur beträgt in der Bucht 20°C. Der Sommer kommt.
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01. Juni 2009
Heute ist Gundels und mein fünfunddreizigster Hochzeitstag. Wir werden ihn später nachfeiern, denn zur Zeit sind wir über 2000 km voneinander entfernt in Schweden und in Lettland. Anne, Claas und ich entschließen uns Ventspils heute in Richtung der estnischen Insel Saaremaa zu verlassen. Das Wetter ist prima, nur die Windrichtung NE mit 3-4 Bft. ist nicht der Idealfall. Für uns bedeutet es eine Kreuz über ca. 65 sm. Wir werden also etwa 12 Stunden unterwegs sein. Wir laufen um 09.30 Uhr aus, und machen lange Schläge in die sogenannte Irbenstraße , dies ist der Bereich zwischen Saaremaa und Lettland, hinein. Der Wind nimmt gegen Mittag etwas zu, so dass wir Genua und Großsegel reffen. Gegen Abend wird der Wind schwächer und hört dann vollständig auf zu wehen. Die letzten 12 sm laufen wir unter Motor in den kleinen Schutzhafen Montu.

Die beiden genießen die Sonne und das herrliche Wetter.


Die Nacht wurde etwas unruhig, denn der Hafen bietet gegen Wind aus NE keinen Schutz, und es hatte wieder leicht angefangen zu wehen. Wir haben es dennoch gut überstanden.
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30. Mai 2009
Seit gestern abend habe ich wieder einen Schiffsnachbarn im Hafen. Ein Amerikaner aus Newport mit zwei Ehepaaren an Bord hat festgemacht.

Anne und Claas haben sich bereits aus Riga gemeldet und werden am Abend mit dem Bus in Ventspils ankommen. Ich werde zum Busbahnhof laufen, um sie in Empfang zu nehmen. Das Wetter ist sonnig und warm, allerdings weht es noch immer aus NE und das ist die Richtung, in die ich segeln muss. Ich hoffe, der Wind wird morgen etwas weiter auf E gedreht haben, denn 50 sm aufkreuzen ist auch bei gutem Wetter kein großes Vergnügen.
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29. Mai 2009
Der gestrige Abend zeigte die hinter uns liegenden Fischfangschiffe in einer wunderschönen Beleuchtung. Das Barometer steigt, und eine Wetterbesserung deutet sich an.

Heute morgen sind wir um halb sieben aufgestanden. Das Taxi hat Wolfram und Mike um acht Uhr abgeholt und zum Busbahnhof gefahren. Um 18.20 Uhr bringt sie das Flugzeug zurück nach Hamburg. Ich habe das Schiff aufgeklart und bin dann zum Einkaufen in die Stadt gelaufen. Ein weiter Weg, aber es gibt ansonsten nicht viel zu tun.
Beim Gang durch die Außenbereiche der Stadt fällt der Unterschied zwischen einfach und luxoriös, und zwischen Verfall und Neubau immer wieder auf.




Ich hoffe, dass sich das gute Wetter stabilisiert, so dass die Segelwoche mit meinen Kindern schön wird.
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28. Mai 2009
Wieder lautet für alle Bereiche der Ostsee der Wetterbericht auf Starkwind bzw. Sturmgefahr. Inzwischen liegen drei deutsche, ein französisches und ein polnisches Schiff im Hafen und warten auf beseres Wetter. Wolli und Mike werden morgen mit dem Bus nach Riga fahren, um von dort aus den Heimflug anzutreten. Wollis Heimflug war geplant, Mike hat diese Entscheidung kurzfristig getroffen. Am Sonnabend kommen Anne und Claas in Riga an. Mit den beiden werde ich dann, bei hoffentlich schönerem Wetter, in Richtung Tallin segeln. Wenn die beiden den Heimflug antreten werde ich drei Wochen allein weitersegel und Dietmar, wenn alles so klappt, Ende Juni an Bord begrüßen.

Ein Tanker wird rückwärts von Schleppern an die Pier bugsiert.

Der etwas trostlose Bootshafen von einer Aussichtsplattform aus gesehen.

Ganz in unserer Nähe befindet sich ein gepflegter Park mit einer großen Sammlung von Ankern und Ketten. Dieses Monstrum hat ein Gewicht von 24 Tonnen.

Meine beiden Mitsegler bereiten Erdbeeren und Schlagsahne für unser Abendessen zu. Ich denke es hat uns prima geschmeckt.
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27. Mai 2009
In der Nacht hat es angefangen zu regnen. Der Morgen ist grau und feucht. Auch der lettische Wetterbericht sagt für unser Gebiet Starkwind aus W bis SW voraus. Nach dem Frühstück machen wir uns wieder auf den Weg in die Stadt. Diesmal haben wir einen Stadtplan und entdecken das alte Zentrum von Ventspils ohne die Schwierigkeiten des Vortages.



Die evangeliches Kirche ist äußerlich ein hübscher Bau und im Inneren sehr schlicht und einfach.

Wir schauen uns auch die russisch orthodoxe Kirche an, die sich von den uns bekannten Gotteshäusern vollständig unterscheidet. Wir haben einen neuen Eindruck, einer uns fremden Religion, gewonnen.
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27. Mai 2009
Der Tag bringt Sonne und leichten Westwind um 3 Bft. Wir tanken Diesel und laufen aus, um nach Ventspils zu segeln. Wir segeln platt vor dem Wind und baumen die Genua aus. Die Küste, an der wir entlanglaufen ist menschenleer. Kiefernwald und Strand prägen das Bild über viele Meilen. Um 16.30 Uhr erreichen wir den großen Ölhafen. Von hier werden ca. 11% des russischen Öls verschifft. Der Hafen zeigt zwei Gesichter: der moderne Ölhafen und der doch sehr marode übrige Hafenbereich. Die blaue Europaflagge, die der Bootshafen einmal geführt hat, ist verschwunden. Der Hafen ist zwar in Ordnung, die Sanitäranlagen befinden sich allerdings in einem bedauernswerten Zustand.

Seit Pavilosta begleitet uns ein deutsches Schiff.
Gegen abend machen wir uns auf den Weg in die Stadt. Es wird ein langer Weg durch die Außenbezirke von Ventsspils. Wir finden erst nach längerem Suchen die Innenstadt und wandern am Hafen zurück zum Schiff.

Kühe scheinen eine besondere Bedeutung für Ventspils zu haben. Man findet sie in allen möglichen Formen.


Für die nächsten Tage ist schlechtes Wetter mit Starkwind bis Sturm vorausgesagt. Wir werden in Ventspils bleiben, da der Weg in die Rigabucht relativ weit ist. Anne und Claas werden also von Riga nach Ventspils mit dem Bus fahren müssen.
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